Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so quälen sie sich selbst und ihre Mitmenschen bis heute.
Zur Zeit läuft in den Kinos der Film „Die Geträumten“ über den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, der vor einigen Jahren unter dem Titel „Herzzeit“ erschienen ist.
Bei beiden handelt es sich um die 2. Kategorie der Sensiblen.
„Sensibilität“ kann mensch auf zwei Arten definieren:
1) sich selbst in Situationen und andere Menschen hineinzudenken – das Gegenteil von egoistischen, ausschließlich auf sich selbst fixierten Menschen
2) an sich selbst und der Welt verzweifelnd, überempfindlich und ausschließlich auf sich selbst fixiert zu sein
“Trump’s election is going to be the biggest „Fuck You!“ ever recorded in human history … and it will feel good”
Michael Moore, der Wahlkampf für Hillary Clinton gemacht hat, drückt hier vor der Wahl aus, warum Donald Trump es tatsächlich schaffen kann, Präsident zu werden. Er sollte Recht behalten.
„Er spricht die Sprache des Mittleren Westens und weiß, warum die Menschen dort Trump wählen: in seinem Film "TrumpLand" versucht Michael Moore, sie umzustimmen.“
Donald Trump ist ein Arsch mit Ohren und es wird mehr als genügend Gründe geben, sich wg. ihm, seiner Regierung, seiner Politik und all den Doofköpfen, die jetzt Oberwasser bekommen, zu ärgern.
Nichtsdestotrotz freut sich der Wurm erst mal. Und zwar aus folgenden Gründen:
1. Die Verdammten dieser Erde sind aufgewacht und haben ihrer Wut gegenüber den Eliten in demokratischen Wahlen Ausdruck gegeben
2. Entgegen dem ausdrücklichen Willen der Elite aus Politik, Medien, Finanzwirtschaft war es möglich, erst die Republikanische Partei und dann das ganze Land zu kapern
3. Damit besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, etwas zum Positiven zu ändern
4. Dazu gehören unter anderem zumindest die Eindämmung des Neoliberalismus und eine halbwegs-Normalisierung der Beziehungen zu Russland. Was vor allem für Europa äußerst wichtig wäre
5. Nicht zu vergessen die furchtbare und historische Niederlage der Pseudo-Linken, die sich einen Dreck um die einfachen Leute geschert haben. Es besteht die Möglichkeit, dass zumindest einige Wenige von ihnen zur Besinnung kommen
Und der Gott der Dadaisten sah, wie ernst und freudlos die Menschheit geworden war. Damit die Menschen wieder etwas mehr Freude am Leben bekämen, hat er daher seinen eingeborenen Sohn auf die Erde gesandt: Günther Oettinger.
Ab und zu lässt dieser Günther Oettinger mal einen vom Stapel. Letzte Woche war es wieder so weit:
„Vor 200 geladenen Gästen hielt Oettinger ganz offen und ohne Skript seine Rede im Rahmen des 27. "EuropAbend" des AGA Unternehmensverbands in Hamburg. Der Verleger Sebastian Marquardt nahm Teile von Oettingers Auftritt mit seinem Smartphone auf und veröffentlichte diese auf Youtube …
Das Video beginnt mit einem Vermerk. Laut Marquardt habe Oettinger von "Schlitzohren und Schlitzaugen" gesprochen. Das habe ihn veranlasst, weitere Teile der Rede zu filmen.“
Zur Zeit läuft in den Kinos die Neu-Verfilmung von Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“.
Regisseur Johannes Naber äußert sich zum Thema des Films:
„Letztendlich ist das für mich der Kern dieses Hauffschen Märchens: Es stellt die Frage nach Haben oder Sein. Das Herz aus Stein steht für das Haben, die Macht des Eigentums; und die Korrumpierbarkeit, die die logische Folge ist. Das Sein wird vom Haben bestimmt: die Liebe, das Erleben, das Zwischenmenschliche – Dinge, die für eine Gesellschaft unglaublich wichtig sind. Die Überwindung des steinernen Herzens ist die Befreiung des Seins von der Diktatur des Habens. Ich glaube, das ist eine Botschaft, die in unserer Zeit gar nicht oft genug wiederholt werden kann.“
„Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Polen von der Regie-Legende Andrzej Wajda Abschied genommen. Neben Familie und Freunden erwiesen zahlreiche Film- und Kulturschaffende sowie Politiker dem Regisseur am Mittwoch in der Krakauer Dominikanerkirche die letzte Ehre.
Wajda war am 9. Oktober im Alter von 90 Jahren in Warschau gestorben. "Ein grosser polnischer Künstler ist von uns gegangen", sagte Jacek Bromski, Direktor der Vereinigung polnischer Filmemacher. Wajda hätte Polen der Welt durch seine Filme wie kein anderer nähergebracht, zitierte ihn die Nachrichtenagentur PAP.
Bei der Zeremonie, an der auch Präsident Andrzej Duda teilnahm, wurden Briefe des Ex-Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Lech Walesa sowie von Roman Polanski ("Der Pianist") verlesen. Anschliessend wurde die Urne mit Wajdas Asche auf dem Salwator-Friedhof in Krakau beigesetzt.
Der Theater- und Filmregisseur war durch Filme wie "Das gelobte Land", "Danton" oder "Der Mann aus Marmor" weltbekannt geworden. 2000 erhielt Wajda den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Auch posthum könnte er mit der goldenen Statue ausgezeichnet werden. Sein jüngstes Werk "Powidoki" ("Nachbilder"), ein Biopic über den Künstler Wladyslaw Strzeminski, ist Polens Kandidat für den fremdsprachigen Oscar.“
Andrzej Wajda wird gerne auf Polen reduziert, was der Wurm nicht gerne hört. Zum einen ist Polen ein bedeutendes Land in Europa und sogar in der Welt und zum anderen waren Andrzej Wajdas Film- und Theater-Inszenierungen (auch in Deutschland und Frankreich) durch Qualität und Thematik von großer Wichtigkeit.